Support-Ende bei Microsoft: Warum Unternehmen ihre Systeme jetzt bereinigen sollten.

Never touch a running system? Ein Muster, das immer noch weit verbreitet ist: Wenn das System stabil läuft und seinen Zweck erfüllt, wird es nicht angefasst. Doch viele Apps, Schnittstellen und Datenbanken arbeiten oft mit Software aus dem Hause Microsoft, die nicht auf dem aktuellen Stand ist. Wenn diese Produkte ihr Support-Ende erreichen, wird es zum Risiko, einfach wie bisher weiterzumachen.

In diesem Jahr sind unter anderem folgende Produkte vom End of Support bei Microsoft betroffen: SharePoint Server 2016 und 2019, Project Server 2016 und 2019 sowie SQL Server 2016 und später im Jahr Office 2021. Auch Windows Server 2012 und Windows Server 2012 R2 laufen endgültig aus dem erweiterten Sicherheitsupdate-Zeitraum heraus. Für Unternehmen bedeutet das: Wer diese Systeme weiterhin betreibt, sollte sehr genau wissen, wo sie eingesetzt werden, welche Abhängigkeiten bestehen und wie ein sicherer Migrationspfad aussieht.

Denn nach dem Ende des Supports gibt es keine regulären Sicherheitsupdates, keine Bugfixes und keinen technischen Support mehr. Schwachstellen bleiben ungepatcht. Kompatibilitätsprobleme mit aktuellen Anwendungen, Security-Tools oder Cloud-Diensten nehmen zu. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an das Risikomanagement. Was früher nur „alte Software“ war, wird damit zu einem dokumentationspflichtigen Betriebsrisiko.

Veraltete Windows-Versionen – häufiger als gedacht.
Nur weil der Support für eine Windows-Version längst eingestellt wurde, heißt dies eben nicht, dass Firmen auch auf neuere Software umstellen. Das belegen auch Zahlen von Statcounter*, nachdem noch immer auf mehr als einem Viertel (28,5 %) der weltweit mit dem Internet verbundenen PCs, viele davon in Unternehmensumgebungen, Windows 10 läuft. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei abgekündigten Produkten wie den Exchange-Servern oder den Office-Versionen aus dem Hause Microsoft der Jahrgänge 2016 und 2019. Zwar unterscheiden sich die Zahlen der Erhebungen ein wenig (je nach Messmethode), die Botschaft dahinter aber bleibt gleich: Veraltete Windows-Versionen und abgekündigte Microsoft Produkte sind in Unternehmen weiterhin weit verbreitet.

Im Jahr 2026 sind zentrale Business-Systeme betroffen.
Besonders ernst sollte die aktuelle End of Support-Welle genommen werden, weil sie nicht nur Endgeräte betrifft. Bei SharePoint Server 2016 und 2019 sowie Project Server 2016 und 2019 geht es häufig um zentrale Kollaborations-, Dokumenten- und Projektplattformen. Schließlich lagern dort Geschäftsprozesse, Freigaben, Workflows, Intranet-Strukturen und teilweise unternehmenskritische Daten.

Ähnlich sieht es beim Microsoft SQL Server 2016 aus. Datenbanken bilden oft das Rückgrat von ERP-Systemen, Branchenlösungen, Reporting-Strecken oder individuellen Anwendungen. Eine Migration muss daher sauber geplant werden: Welche Datenbanken sind betroffen? Welche Anwendungen greifen darauf zu? Welche Versionen werden unterstützt? Welche Downtime ist akzeptabel?

Migration in die Hände von Profis geben.
Für Unternehmen ist das Support-Ende daher kein schlichter, technischer Stichtag. Es geht nicht um eine pauschale Upgrade-Empfehlung, sondern eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Dazu gehören ein vollständiges Asset- und Lifecycle-Audit, eine Risikoanalyse, eine Bewertung der Lizenz- und Betriebskosten sowie ein realistischer Migrationsfahrplan. Dabei können Fragen beantwortet werden wie: Muss ein lokaler SharePoint wirklich weiter lokal betrieben werden? Ist Microsoft 365 der passende Weg oder sprechen Datenschutz, Integrationstiefe und Betriebsmodell für eine On-premises-Variante?

Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten.
Zunächst ist die Transparenz entscheidend: Firmen sollten erfassen, welche Microsoft Produkte in welcher Version im Einsatz sind – auf Clients, Servern, virtuellen Maschinen, Datenbankservern und in Anwendungen. Im zweiten Schritt sollten die Risiken priorisiert werden: Systeme mit Internet-Anbindung, sensiblen Daten oder hoher regulatorischer Relevanz gehören zuerst auf den Prüfstand. Danach folgen Abhängigkeiten: Welche Anwendungen sind nicht kompatibel mit aktuellen Plattformen? Wo entstehen Lizenzrisiken oder Sicherheitslücken? Last but not least, sollte eine Roadmap her: Nicht jedes System muss sofort in die Cloud, aber es bedarf immer einer bewussten Entscheidung – migrieren, modernisieren, isolieren, ersetzen oder übergangsweise absichern.

Fazit: Ein strukturiertes Vorgehen erspart Ärger.
Das Support-Ende vieler Microsoft Produkte betrifft die Sicherheit, Verfügbarkeit, Compliance, Kostenplanung und digitale Handlungsfähigkeit. Unternehmen, die jetzt strukturiert vorgehen, vermeiden hektische Notfallmigrationen, reduzieren Sicherheitsrisiken und gewinnen Planungssicherheit.

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